In den vergangenen Monaten wurde immer wieder über Kunstflug und den damit verbundenen Störungen der Bürger berichtet. Auch der Aero-Club Rhein-Nahe hat mehrfach in Presseberichten Stellungnahmen abgegeben, um klar zu stellen, dass in Langenlonsheim definitiv kein Motor-Kunstflug betrieben wird. Nun hat ein neues, in dieser Form noch nie dagewesenes, Kunstflugverbot in unserer Region eine Reihe interessanter Stellungnahmen hervorgerufen. Diese hat die Autorin Eva Fauth in einem Artikel der Allgemeinen Zeitung gut recherchiert zusammengefasst. Und nun auch hier zum nachlesen.

"Fatal für Fliegerei" - KUNSTFLUG Luftsportvereine kritisieren Verbot
Mit dem Zitieren des Luftverkehrsrechts ließen sich die lärmgeplagten Rheinhessen nicht abspeisen. Genervt von den Kunstflügen, die ihnen meist an Sonn- und Feiertagen die Ruhe raubten, sammelten sie Unterschriften und machten politisch Druck: Rund 800 Beschwerden gab es aus Wöllstein, Gumbsheim, Eckelsheim, Gau-Bickelheim und Flonheim, genauso fühlten sich die Bürger rund um Bingen gestört. Es wurden Beschwerden Luftfahrbehörde, Landesregierung und eine Petition im Bundestag eingereicht - vergeblich. Kunstflug ist erlaubt, verwiesen alle auf geltendes Recht. Einzig: Es muss eine Mindesthöhe von 450 Metern eingehalten werden und die Motorkunstflieger dürfen nicht über Städten, dichtbesiedelten Gebieten und Veranstaltungen ihre Pirouetten drehen.

Rheinhessen gilt als dichtbesiedeltes Gebiet
Das Verkehrsministerium hat die rechtlichen Spielräume nun ausgelotet und als erstes Land in der Geschichte der deutschen Fliegerei ein Kunstflug-Verbot ausgesprochen (wir berichteten). Denn dicht besiedelt, befand man im Ministerium, ist Rheinhessen fast überall. In der Rheinhessischen Schweiz und rund um Bingen ist mit der Motorkunstfliegerei deshalb Schluss. Wo noch geflogen werden kann, zeigt eine Karte, die alle dicht besiedelten Gebiete markiert. Geblieben sind „kleine Inseln“, wie Thilo Schmidt-von-Hülst, Geschäftsführer des Flugplatzes in Mainz-Finthen, sagt. Auf den Flugbetrieb dort habe das Verbot keine Auswirkungen, „fatal“ findet er aber, dass das Lärmproblem durch ein generelles Verbot geregelt wurde. „Das tut der Fliegerei nicht gut.“ Noch deutlicher formuliert es Andreas Onderka, Vorsitzender des Aero Clubs Oppenheim-Guntersblum: „Eigentlich haben nur einige wenige Kunstflieger für Ärger gesorgt - und eine Lawine losgetreten, die alle Flugsportler betrifft.“ Wenn Kunstflug künftig nur noch „rein rechnerisch“ möglich sei - sprich: Wenn weniger als 200 Einwohner auf einem Quadratkilometer wohnen - und jeder Flug auf der Karte abgemessen werden müsse, werde es schwierig. Durch die klaren Richtlinien für den Kunstflug habe es in Oppenheim bislang nie Probleme gegeben: „Beim Tag der offenen Tür an Pfingsten hatten wir auch Kunstflieger im Programm. Die haben wir bei der Flugsicherung in Frankfurt angemeldet und gut war’s“, so Onderka. Herrmann Fischer, Zweiter Vorsitzender des Flugsportvereins Bad Sobernheim, weiß um die Probleme der Motorkunstflieger, Platz für ihren Sport zu finden: „Die müssen auswandern.“

Kunstflug geht auch geräuschlos
Kunstflug wird in Langenlonsheim vor allem von den Segelfliegern und damit geräuschlos betrieben, dennoch hält Erwin Zimmer, Vorsitzender des Aeroclubs Rhein-Nahe, nichts von dem Verbot: „Ein Kompromiss wäre besser gewesen“, findet er. „Eine zeitliche Einschränkung und nicht immer an der selben Stelle fliegen“, damit wäre den von Kunstfluglärm geplagten Rheinhessen leichter geholfen gewesen, meint Zimmer. Das einzig Gute an dem Verbot aus seiner Sicht: „Die Leute dachten immer, die Langenlonsheimer Flieger machen den Lärm und haben sich beschwert. Damit ist es nun vorbei.“

AZ, 01.06.2010 - RHEINHESSEN von Eva Fauth

Login

Aero-Club Rhein-Nahe e.V.
Flugplatz Nahewiesen
Postfach 147
55445 Langenlonsheim
Telefon: +49 (0)6704/1514

©2009-2016 Aero-Club Rhein-Nahe e.V.

Validated XHTML / CSS

Wer ist online

Aktuell sind 37 Gäste und keine Mitglieder online

Go to top