Rhein Bingen UeberflugAb Langenlonsheim, 835 km mit dem Segelflugzeug
Schon um 10:00 Uhr herrschten ausfliegbare Aufwinde über unseren Mittelgebirgen Hunsrück und Taunus. Um viertel vor elf startete ich hinter unserem Schleppflugzeug in die kalte und trockene Luftmasse dieses letzten Tages im Mai 2014. Nach dem
Ausklinken in 1000m über Stromberg traf ich mich in der Luft mit meinen Vereinskollegen Christian Körner, der kurz zuvor mit einem selbststartenden Segelflugzeug in Langenlonsheim abhob. Nach kurzem Steigen in der ersten Thermik flogen wir nah beineinander Richtung Nordosten, überquerten problemlos den Rhein bis wir das Limburger Becken gegen halb zwölf erreichten.  Bernie Büdke berichtet...

Bernie Büdke

Dort waren keine thermikanzeigenden Cumuluswolken erkennbar und wir sanken auf 300m über Grund ab. Alternativ hätten wir über die Höhenzüge des Westerwaldes fliegen können, was aber angsichts unserer ersten Wendepunkte im Norosten sehr viel Zeit durch Umwege gekostet hätte. Der thermisch gut entwickelte Taunuskamm südlich Limburg als zweite Alternative ist für uns Segelflieger aufgrund der Luftraumreservationen für den Verkehr in Frankfurt am Main leider nur zu tief befliegbar und daher nicht nutzbar. Zu unserem Glück entwickelte sich allmählich eine schwache Thermikblase über den sonnegefluteten Wiesen bei Limburg, die uns vor einem Abbruch des Fluges bewahrte. Von da an trennten sich Christan und mein Weg, da sein geplanter Wendepunkt Sontra zu weit westlich von meinem in Brilon entfernt war. Halb eins im Sauerland traf ich auf die ASH 25 mit den Rekordpiloten Manfred und Gitti Albrecht aus Marpingen, welche an diesem Tag einen 1000km Flug nach den Regeln des Onlinecontest.org durchführten. Dies war der erste 1000km Segelflug mit Start aus dem Saarland überhaupt. Das Paar arbeitet an diesem Rekord seit 1988.

Die Wende Brilon selbst lag allerdings im „Blauen“ (ohne Anzeichen von Thermikwolken) und ein minimum 30km langes Hin- und Zurückgleiten aus dem thermisch guten Gebiet erschien mir zu risikoreich für einen späteren Wiederanschluss an die Thermik, weshalb ich beschloss, vorher zu kehren um Kurs auf Bad Windsheim in Franken zu nehmen. Sehr gute Steigwerte von über 5 Metern in der Sekunde und leichtem Rückenwind bis zur zweiten Wende liessen die Durschnittsgeschwindigkeit über Grund auf diesem Schenkel auf 111 km/h ansteigen. Auf dem Weg zur dritten Wende bei Merzig an der französischen Grenze gestaltete sich ab Kaiserslautern der Flug insgesamt schwieriger, da die Abschattungen der mittleweile stark ausgebreiteten Stratocumulus Wolken die Thermikstärke verringerten.

Der Herausforderung lag ab sofort und während des gesamten Rückfluges über den Hunsrückkamm darin, zum richtigen Zeitpunkt die wenigen, noch sonnenbeschienenen Flecken Erde anzufliegen, um in der darüber erwärmten, aufsteigenden Luft, Höhe für den Endanflug Richtung Langenlonsheim zu gewinnen. Erstaunlicherweise fand ich ab Idar-Oberstein immer wieder Aufwinde, die eine nochmalige Rheinüberquerung bei Bacharach gegen 19:20 und schliesslich ein langes Abgleiten in der ruhigen Abendluft nach Langenlonsheim ermöglichten.  Das Foto gelang mir zum Abschluss.
Euer Bernie
(Bernhard Büdke)

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