Das Flugfest „100 Jahre Devau“ am 17. und 18. August 2019 in Kalinigrad
Devau-Königsberg war einer der ersten zivilen Flughäfen in Europa. Von dort wurde ab November 1919 zuerst die Strecke Berlin-Königsberg und später auch Königsberg-Moskau bedient. 

Stadion Das hatte der ehemalige Flughafen Devau noch nicht gesehen: 35 ausländische Kleinflugzeuge aus Deutschland, der Schweiz und weiteren Ländern waren Mitte August zumeist über Gdansk/Danzig kommend zunächst am Kaliningrader Airport Chrabrowo „Elisabeth Petrowna“ gelandet, um dann weiter nach Devau oder zum unweit entfernt liegenden Flugplatz Waldau zu fliegen. Auch Flugzeuge und Helikopter aus Russland nahmen an den Festlichkeiten zum 100. Jahrestag der ersten zivilen Flugverbindung Europas teil, die ab November 1919 die Strecke Berlin-Schneidemühl-Danzig-Elbing-Königsberg (Devau) bedient hatte und bald nach Moskau ausgeweitet worden war...


...Organisator der Veranstaltung war die Kaliningrader Abteilung der sportmilitärischen Organisation DOSAAF unter Vorsitz von Oleg Urbanjuk, unterstützt vom Hanse Office Kaliningrad unter Leitung von Tatjana Pawlowa. Als Ansprechpartner für die internationalen Piloten fungierte René Lancelle, Erster Vorsitzender des Luftsportvereins Kiel, der Partnerstadt Kaliningrads. Viele der ausländischen Pilotinnen und Piloten waren das erste Mal in Russland und nutzten neben der Möglichkeit, sich das ganze Wochenende in ihren Luftfahrzeugen über dem Kaliningrader/Königsberger Gebiet bewegen zu dürfen, auch die Chance, die Stadt und deren Umgebung kennenzulernen.

auf ein Bier in DanzigSo auch Markus Stukowski, Friedrich Bäder und Peter Kranz. Am 14. August ging es über Ballenstedt nach Anklam. Am nächsten Tag führte uns die Route entlang der Ostseeküste nach Danzig. Dort traf sich ein Großteil der Flieger zum Tanken und zum Besuch der Stadt Danzig. Entlang der Kurischen Nehrung führte uns der Flugplan an den Border point Gomed. Das war dann schon etwas spannender, denn keiner hatte Erfahrung, wie das mit dem Einflug in den russischen Luftraum abläuft.  Die Frische Nehrung war links von uns. Vorbei an Pillau führte uns der Radarlotse zum Verkehrsflughafen Königsberg. Nach der Landung in Chrabrowo war ein ganzes Geschwader von russischen Grenzbeamten damit beschäftigt, die Pass- und Zoll-Abfertigung direkt an den Maschinen abzuwickeln. Danach teilten sich die Flugzeuge auf. Die meisten flogen nach Devau weiter, wo sie in bestem Deutsch von Wjatscheslaw Flegler per Funk begrüßt wurden und wie Perlen einer Kette nacheinander meist auf Graspiste landeten. Sergej Maschtschenko, Leiter des vor 33 Jahren gegründeten regionalen Fliegersportvereins der DOSAAF, wies jeder Maschine dann einen Stellplatz zu. Der Anblick der in einer langen Reihe aufgestellten Flieger ließ jedes Herz höherschlagen.

 

 

Auch in Waldau, dem ersten privaten Flugplatz für ultraleichte Maschinen in der Region Königsberg, begrüßte Alexander Filin die Piloten auf das Herzlichste. Hier gab es für alle Flugzeuge die Möglichkeit zum Betanken. Nach einem Briefing am Abend in Kaliningrad zum weiteren Verlauf der Festivitäten versammelten sich die Gäste zu einem ersten gemütlichen Beisammensein bei Pelmeni und Bier.
Das große Geburtstagsfest, das auf den Tag der Luftfahrt Russlands fiel und Michail Kriwzow, einem sowjetischen Fliegerhelden aus dem II. Weltkrieg gewidmet war, startete am Sonntagvormittag in Devau. Zu Hunderten waren die Bewohner Kaliningrads an diesem sonnigen Sommertag auf das ehemalige Flugfeld geströmt, das nur noch von wenigen originalen Gebäuden aus den Anfangsjahren der Luftfahrt flankiert wird. Heute befinden sich dort Räumlichkeiten des Kaliningrader Fliegersportvereins.
Nach den eröffnenden Grußworten durch offizielle Vertreter des Kaliningrader Gebietes, der Stadt Kaliningrad, der DOSAAF sowie der ausländischen Gäste wurden den zahlreichen Besuchern unter anderem eine Motocross- und Militärtechnik-Show sowie Fallschirmabsprünge dargeboten. Eine Fotostrecke, die von Walerij Zwetkow, pensionierter Flughafenmitarbeiter Kaliningrads, vorbereitet worden war, zeigte anschaulich die einhundertjährige Geschichte Devaus. Bei einer Flugshow präsentierten im Anschluss auch die Gäste ihr Können.

Die deutschen Fliegerfreunde hatten auch zwei Gastgeschenke im Gepäck. Detlev Kellinghusen, ehemaliger Lufthansa-Mitarbeiter und damals zuständig für die Betreuung von Funkanlagen für die Boden-zu-Boden- sowie die Boden-Luft-Kommunikation, übergab gemeinsam mit René Lancelle je ein Funkgerät an die Fliegerkollegen in Devau und Waldau. Bereits zuvor hatte er dem Vorsitzenden des Stadtrates von Kaliningrad, Andrej Kropotkin, unter Anwesenheit des Deutschen Konsulats, der DOSAAF, des Hanse Office sowie René Lancelles ein offizielles Gastgeschenk aus dem Archiv der Deutschen Lufthansa überreicht.
Das internationale Flieger-Wochenende fand seinen Abschluss in einem gemeinsamen Abendessen direkt auf dem Flugfeld. Dank an alle Organisatoren und Helfer, die zum Gelingen dieses unvergesslichen Events beigetragen haben. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen in Königsberg.

Bewirtungehemals deutsche KircheFlughafen Danzig Flugplatzfest Devau

Russische Gastfreundschaft, liebenswerte Menschen, so werden wir unseren Besuch in Königsberg in Erinnerung behalten. Vorbei an der uns von unseren Medien und Politik vermittelten Information haben wir im persönlichen Kontakt erfahren können, dass die meisten Menschen mit ihrem Leben glücklich und zufrieden sind. Wir sahen eine saubere Stadt mit Shoppingmalls, vollen Restaurants, gut gekleideten Menschen und besonders hübschen Frauen.

Am Montag, den 19. August, ging es dann wieder Richtung Heimat. Unsere Route führte uns über Allenstein/Masuren an Bromberger vorbei nach Posen. Dort war ein Tankstopp mit Übernachtung eingeplant. Als wir zum Parken rollten, stand ein 2,10 m großer Mann am Rand und beobachtete unser Treiben. Beim Vorbeirollen dachte ich, den Kerl hast doch in Königsberg gesehen. Aber das konnte ja nicht sein! Kaum hatten wir die Motoren abgestellt, da kam er auf uns zu und fragte, ob wir Sprit brauchen. Schnell hatte sich herausgestellt, dass er sehr wohl mit seiner schnellen Cirrus auch in Königsberg bei dem Fest war. Im Funk hatte er gehört, dass wir zum Tanken kämen, und hat auf uns gewartet, um uns zu helfen. Wir waren beeindruckt!

Nach dem Tanken hat er uns noch empfohlen, nach Grünberg zu fliegen. Dort gäbe es ein Hotel und ein Restaurant. Es war ein guter Tipp! Am nächsten Tag flogen Peter und ich über Weimar und Markus mit Beate über den Dolmar zurück nach Lalo. Ein Fliegerabenteuer zusammen mit netten Freunden war zu Ende!

Text v. Alexandra Jelitte „Königsberger Express" + Friedrich Bäder

 

PregelPartisan Markus

 

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