"Verein fürchtet um seine Zukunft", so lautet die Überschrift in der Allgemeinen Zeitung. In dem Artikel, der hier wiedergegeben ist, äußert sich Vereinspräsident Erwin Zimmer besorgt.
Erwin Zimmer (links) und Johannes Garrecht (Foto: D. Elsässer)Abgesenkte Routen behindern Ausbildung
Die Segelflieger des Aero-Clubs Rhein-Nahe fürchten um ihren Nachwuchs. Der Grund: die neuen Anflugrouten für den Frankfurter Flughafen, denn die Routen werden nicht nur ausgedehnt, sondern auch abgesenkt. „Für unsere Segelflieger ist dies eine enorme Einschränkung“, sagt Erwin Zimmer, Vorsitzender des SC Rhein-Nahe. Der Ausbildungsleiter Segelflug, Johannes Garrecht, erklärt warum: „Beim Segelflug gewinnt man Höhe und setzt diese wieder in Strecke um.“...

Da die erlaubte Höhe für die Segelflieger von der Flughöhe der großen Maschinen abhängig ist, sinkt mit deren Flughöhe automatisch die maximal erlaubte Höhe für die Segelflieger. „Für uns ist das eine enorme Einschränkung“, erklärt Johannes Garrecht. „Je höher die Ausgangshöhe ist, umso länger können wir fliegen.“ Mit einer Höhe von 1 000 Metern würden es die Flieger rund 40 Kilometer weit schaffen, gute Flieger könnten am Tag sogar mehrere Hundert Kilometer zurücklegen. Doch bleibt die neue Absenkung des Luftraumes unverändert, könnte der Standort Langenlonsheim als Startpunkt für Segelflieger unattraktiv werden: Sie können weniger hoch und damit nicht mehr so weit wie zuvor fliegen. „Das Wegkommen am Morgen und das Heimkommen am Abend werden so erschwert, die Wahrscheinlichkeit einer Außenlandung steigt.“ Da die Segelflieger die Höhe verringern müssen, kann es sein, dass sie es nicht mehr schaffen, bis zum Flugplatz zu gelangen.

„Hier sind vor allem die jüngeren Piloten im Nachteil“, betont Erwin Zimmer. Denn bis ein Segelflieger ein richtiges Gespür und ein Auge für die notwendigen Aufwinde entwickele, vergehen schon einmal fünf Jahre, weiß Johannes Garrecht, seit 15 Jahren Fluglehrer, aus Erfahrung. „Dabei orientiert man sich an Wolken, den Vögeln und anderen Fliegern.“ Problematisch kann dies in Zukunft vor allem für die Ausbildung der Segelflieger werden. „Es gibt verschiedene Ausbildungsabschnitte, die Abschlussleistung ist ein 50-Kilometer-Flug, mit einer geringeren Höhe wird dies deutlich schwieriger“, erklärt der Fluglehrer. Er fürchtet deshalb, dass bei der derzeitigen erlaubten Flughöhe eine vernünftige Segelausbildung nicht mehr möglich ist. Mit möglicherweise schweren Folgen für den Verein: „Die Nachwuchsrekrutierung läuft über den Segelflug und damit wäre die Neurekrutierung geschwächt“, befürchtet Johannes Garrecht. Doch auch für erfahrene Flieger könnte der Langenlonsheimer Flugplatz unattraktiv werden, da er „als Ausgangspunkt für sichere Überlandflüge nicht mehr genutzt werden kann“. Die Mitglieder könnten zu anderen Plätzen abwandern. Die Aufrüstung des Flugzeugparks mit einem Eigenstarter könnte hier Abhilfe schaffen. Doch das ist teuer. Allein für die Vereinsflotte müsste der RC Rhein-Nahe dann 700 000 Euro investieren. Eine Abwanderung des Vereins auf andere Flugplätze hätte neben der erhöhten Anfahrtsstrecke auch weitere Aufnahmegebühren zur Folge.

UBlick aus dem Segelflugzeug AZ-Fotom auch den Langenlonsheimer Segelfliegern zu helfen, will der Landesverband jetzt auf der politischen Ebene aktiv werden. Denn: „Die Absenkung ist nicht nötig“, betont der Vorsitzende. Sie sei Voraussetzung für 125 Landungen pro Stunde am Frankfurter Flughafen. „Und die haben wir nicht. Der neue Lauftraum diente nur dazu, dass Genehmigungsverfahren für die neue Bahn durchzubringen.“ Darüber hinaus kritisieren die beiden Flieger die Organisation der landenden Flugzeuge. „Die Schleife, die in Deutschland geflogen wird, ist einmalig. Hier werden die Flugzeuge früher runtergeholt und bleiben dann alle auf gleicher Höhe“, erklärt Johannes Garrecht die Vorgehensweise. So könne dann mit weniger Personal der Verkehr abgewickelt werden. „Das hat aber nichts damit zu tun, wie weltweit moderne Flugsicherungssysteme organisiert werden.“ Für dieses Jahr rechnet der Verein noch mit einer Freigabe für die alte Grenze von 1 250 Metern. „Denn die Bahn geht erst im Oktober in Betrieb“, sagt Erwin Zimmer. Doch für 2012 sieht er schwarz. Der Arbeitskreis Luftraum Frankfurt (ALF) sei jetzt auf der Suche nach Argumenten, um die Absenkungen rückgängig zu machen. Der Klageweg ist dabei nicht ganz ausgeschlossen. Die Forderung der Langenlonsheimer: Beibehaltung der bisherigen Lauftraumuntergrenze und der Sektorenregelung, eine lokale Betriebsvereinbarung der Deutschen Flugsicherung mit den Anliegervereinen.

Login

Aero-Club Rhein-Nahe e.V.
Flugplatz Nahewiesen
Postfach 147
55445 Langenlonsheim
Telefon: +49 (0)6704/1514

©2009-2016 Aero-Club Rhein-Nahe e.V.

Validated XHTML / CSS

Wer ist online

Aktuell sind 35 Gäste und keine Mitglieder online

Go to top