Wolfgang Wagner und Hans-Helmut Kassing bei der Abfertigung in Pula Wolfgang Wagner(R.W.) D-EHFA - mit der bewährten Piper PA28 in den Osten Europas

Wolfgang Wagner
berichtet über die 5-Tage Tour zusammen mit Hans Helmut Kassing. Im Spätsommer 2018 sind sie gemeinsam in den Osten Europas geflogen. Am Anfang stand die Frage, Kroatien oder Balkan?  Die endgültige Entscheidung hatte letzlich das Flug-Wetter getroffen, denn die Vorhersagen gerade für den Alpenbereich sagten, machbar, also wurde Kroatien das Ziel. Hans Helmut hatte bereits mehrfache Alpenflugerfahrung, Ich dagegen nicht. Das passte gut zusammen, überhaupt haben wir uns gut ergänzt, d.h. abgewechselt und gegenseitig unterstützt. Also, Porto Roz, Pula und Medulin, wir kommen...

Bei der Vorbereitung gab es allerdings ein Problem bei der Flugplanaufgabe, die ich online gemacht habe. Aus unerfindlichen Gründen nahm das System beim Routing keine Klarnamen der Etappenziele an, aber ich konnte mich mit der Eingabe von Koordinaten aus der Situation retten. Und noch eine Feinheit: Neuerdings verlangt das System bei der Flugzeug Typ-Bezeichnung nicht mehr wie gewohnt Piper PA28 als Eingabe, sondern will Piper P28A haben.

 Tauernalpen, gerade noch machbar Flugerlebnis Alpen  An einem Montag, den 16. August sind wir also am frühen Vormittag gestartet, wobei es zunächst bis zur Donau recht diesig war, eine hohe Dunstschicht. Unser erster Zwischenstop war Eggenfelden (EDME) südl. Dingolfing, den wir nach ca. 2 Flugstunden erreichten. Dort haben wir getankt und den Flugplan aktiviert. Weiter ging es auf einer Route östl. von Salzburg, Richtung Villach. Das  Alpenwetter war recht gut und wir konnten in den Bergen FL 85 fliegen. Um den italienischen Luftraum zu meiden, sind wir dann Richtung Ljubljana weiter geflogen, was kein großer Umweg war. Aber  dann mit Westkurs direkt nach Portoroz (LJPZ) in Slowenien. Flugzeit der Etappe, die ich geflogen bin, war knapp 2 Stunden. In Portoroz haben wir übernachtet und die Halbinsel Piran erkundet.

 


Piran

Medulin LDPM D EHFA

Piran

Anflug LJPZ Portoroz

Piran Wolfgang (links) und HansHelmut


Piran gilt als die schönste Stadt an der kurzen Küste von Slowenien. Die Altstadt gehört zu den größten Sehenswürdigkeiten, die Slowenien zu bieten hat. Piran hat etwa 18.000 Einwohner. Die meisten leben allerdings in den Vororten wie im Vorort Portoroz, ein Kurort, bei dem der Innenstadtbereich autofrei ist. Piran und Umgebung ist zweisprachig. Alle offiziellen Schilder, Straßennamen usw. sind auf slowenisch und italienisch.

Da wir  nicht von vornherein die ganze Reise durchgestylt haben, überlegten wir uns dann, wie es weiter gehen sollte. Der erste neu überlegte Schritt war in Kroatien der internationale Flughafen Pula (LDPL).   Kroatien ist zwar EU, aber ohne Schengener Abkommen, d.h. unabdingbare Einreiseformalitäten wie Zoll und  Passkontrolle (Port of entry), was aber alles problemlos verlief. Aber, unsere Hoffnung dort für zwei Nächte abstellen zu können, haben sich zerschlagen. Wir als Touristenflieger hätten zuvor eine Genehmigung  einholen müssen. Also bot man uns einen Alternativflugplatz an, das war Medulin (LDPM), was nur 6 Minuten Flugzeit bedeutete. Ein wirklich kleiner Platz, den wir erst einmal "erspähen" mussten. Er hatte einen kleinen Streifen Asphalt, der  ca. 300 Metern (von 725m) in Grass  überging. Wir nehmen an, wegen einer Zweitmot Maschine, die hier ihren Heimatflugplatz hat.

Ganz überwältigt waren Hans Helmut und ich über den überaus freundlichen, persönlichen  Empfang des Betreibers.  Herr Delic hat uns toll geholfen. Den Flugplatz der kleinen Gemeinde hat sein Vater gepachtet, so war es auch selbstverständlich für ihn, dass wir keine Landegebüht zahlen brauchten und kostenfreie Begrüßungsgetränke sind auch nicht alltäglich. Dazu hatte er gute Empfehlungen für die Unterkunft und uns dorthin gefahren.Die Hilfe konnten wir gut gebrauchen, denn wegen eines Musikfestivals am Samstag war nahezu alles ausgebucht. Wir sind also in einer kleinen Privatpension untergekommen. 


Herr DelicMedulin eddh de Landeinfo LDPMPortorozPula Amphitheater 01Pula Amphitheater 02


Medulin bietet viel rund um den Wassersport. Wir aber sind am Sonntag mit dem Linienbus nach Pula gefahren und haben die Stadt angeguckt. Dort war das auch das Musikfestival am Tag zuvor. Highlight für uns war eine Arena, die als sich als Amphitheater der Römer herausstellte. Es ist das sechstgrößte antike Theater dieser Art und bot damals (81 n.Chr.) Platz für 26.000 Zuschauer. Die konnten sich dort an Gladiatorenkämpfen und zeitweise auch an der Darstellung von Seeschlachten ergötzen. Im Untergeschoss des Theaters zeigt ein Museum die Geschichte des Weinbaus der römischen Zeit.

Zurück in Medulin haben wir für Montag die Rückreise festgelegt, denn hier war für uns an dieser Stelle Halbzeit angesagt oder Bergfest eben. Uns beschäftigte die Planung des Rückflugs und die Frage, wo machen wir am sinnvollsten die Einreise in Deutschland. Wir wollten eigentlich Augsburg  oder Eggenfelden nehmen. Dort hatten wir bei der Hinreise einen Zwischenstopp, aber das scheiterte an einer Voranmeldung, welche für die Zollabwicklung verpflichtend, aber für uns zu kurzfristig war.  Also kam nach unserer Meinung am besten Salzburg (LOWS) in Frage, als internationaler Flughafen war das in der Hinsicht problemlos. Zudem kannte ich diesen Flughafen noch nicht. Es war für uns gemeinsam, Hans Helmut und mich, eine gute Erfahrung (Übung) die Verfahren und Funk eines so frequentierten Verkehrsplatzes  durchzuführen. Aufenthalt war dann nur ca zwei Stunden, Tanken brauchen wir nicht, da wir in Pula getankt hatten und von unserer max. Reichweite von 4,5 Std. Stunden erst 2,5 Stunden verbraucht hatten. Bis zur nächsten Etappenziel Straubing (EDMS) waren 45 Minuten Flugzeit errechnet. In Straubing, wo wir beide noch nie gelandet waren, haben wir wieder den Pilot in Command Sitz getauscht und ich bin das letzte Leg, Heim nach Langenlonsheim geflogen. Dort konnten wir  unsere kleine Slowenien Kroatienreise nach fünf Tagen mit insgesamt 9,5 Stunden Flugzeit leider nicht in der Budik ausklingen lassen, es war ein Montag und tote Hose. Also statt dessen, Fliegerwaschen, Resi Formalitäten und das „erfreulichste“, Frauen anrufen, zum abholen.


 LDPM LDPL LOWS EDMSSalinenPortoroz approach Salzburg LOWSLOWS apron


Es war unsere fünfte gemeinsame Reise (zuvor Inlandsflüge sowie Baltikum und Polen, hier geht es zum Reisebericht Baltikum.  Wir hatten Spaß und eine Menge erlebt, also wertvolle Erfahrungen. Zudem gab es flugtechnisch keinerlei Probleme und wir möchten jeden Piloten anregen, solche Flüge bzw. Auslandsreisen zu unternehmen, es lohnt sich allemal. Und auch wir haben nicht vor, dass es unsere letzte Auslandreise gewesen sein soll…

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